[ Der Unterschied zwischen Opium, Opiaten und Opioiden ]
 

Opium ist der aus den unreifen Kapseln des Schlafmohns (papaver somniferum) gewonnene, getrocknete Milchsaft. Es hat eine dunkelbraune, fast schwarze farbe und eine harte Konsistenz, durch leichte Erwärmung wird es zu einer knetbaren, leicht klebrigen Masse. Die Opium-Alkaloide (Alkaloid ~ pflanzlicher alkalischer Bestandteil) werden als Opiate bezeichnet, Viele Opiate sind zentralwirksam mit Rauschwirkungen. Die bekanntesten Vertreter dieser Gruppe sind das Morphin und das ansich kaum zentralwirksame Prodrug Codein, welches erst im Körper durch die Metabolisierung zu einem Anteil von etwa 8-12% in wirksames Morphin umgewandelt wird.
Weniger bekannte euphorisch wirkende und nicht euphorisch wirkende Vertreter sind Narcotin, Thebain, Papaverin, Narcein und Xanthalin sowie noch etwa 20 andere.

Opiate sind also ausschließlich die natürlichen, im Schlafmohn vorkommenden Alkaloide.

Opioide sind generell Stoffe, die mit den spezifischen Opioidrezeptoren (µ, delta, kappa) kooperieren/interagieren können. Besonders bekannte Vertreter dieser Gruppe sind (neben vielen anderen) Pethidin, Fentanyl, Methadon und Diacetylmorphin (Heroin). Zu dieser Gruppe Zählen ebenfalls Stoffe wie das als Antidiarrhoikum (Mittel Gegen Durchfall) verwendete, frei verkäufliche Loperamid. Dies induziert jedoch keine berauschenden wirkungen, da es im Zentralnervensystem nicht an die Rezeptoren anbinden kann und so nur im Magen-/Darm-Trakt und anderen peripheren Opioidrezeptorpopulationen seine wirkungen vermittelt

Als Opioide bezeichnet man alle Stoffe, die über spezifische Opioidrezeptoren Wirkungen vermitteln, dazu zählen sowohl die synthetischen- als auch die natürlich vorkommenden Substanzen!

 

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