Name des Opioids Sufentanil
besonders bekannte Bezeichnungen Sufentanil, Sufenta
Infotext

Erstmalig synthetisiert durch die Janssen-Forschungslaboratorien im Jahre 1974 ist Sufentanil bis heute das Referenzopioid für perioperativen Antinozizeptionsschutz unter den klinisch eingesetzten Opioiden (Sufentanil hat das bis dahin als Referenzopioid geltende Fentanyl abgelöst). Nicht zu verwechseln ist das mit Morphin, dem Referenzopioid für die Potenzzuteilung.
Die Lipophilie von Sufentanil ist etwa doppelt so hoch wie die des Fentanyls.

Sufentanil wird besonders bei längeren kardiologischen Eingriffen und Operationen, bei denen ein besonders hoher Antinozizeptionsschutz wichtig ist, eingesetzt. Es ist noch Nebenwirkungsärmer als Fentanyl, da die µ-Affinität des Sufentanil um einiges höher ist und es daher weniger "Streuwirkungen" hat. Es wird auch unter Zuhilfenahme des Lokalanästhetikums Bupivacain zu bestimmten Arten der Regionalanästhesie eingesetzt (z.B. bei Geburtshilflicher Anästhesie/Analgesie).

Bezüglich des Konsums gilt unabhängig von den bei Opioiden allgemein vorgandenen Gefahren Dasselbe wie bei Remifentanil, Sufentanil und bedingt Alfentanil: Zu gefährlich, zudem sehr stark sedierend.

zu beachten hochpotentes Opioid! Hohes atemdepressives Potential! Ohne Überwachungsumgebung und Möglichkeiten zur Kardiopulmonalen Reanimation und Beatmung (im Rahmen der klinischen Versorgung) ist es nicht zu verwenden!
Vollagonist / Partiellagonist Vollagonist
therapeutische Potenz 700-1000
Wirkungseintritt i.v.: 10sek - 5min. 
HWZ 2,5h 
durchschnittliche Wirkdauer  
Applikationsformen Injektionslösung
Bioverfügbarkeit nur als Injektionslösung verfügbar! 
Metaboliten Desmethylsufentanil (aktiv), Norsufentanil (inaktiv)
Dosierung (ohne Toleranz) Zur Einleitung und Aufrechterhaltung der Anästhesie: 0,5-1µg / kg KG. Gelegentlich werden diese Dosen aber überschritten.
Wirkmechanismus Sufentanil induziert direkt eine agonistische µ-Rezeptorbindung und -interaktion.
emetisches Potential hoch 
sedierendes Potential sehr hoch 
besondere mögliche Nebenwirkungen -
besondere mögliche Wechselwirkungen -
gefährlicher Dosisbereich schwankend, schon Dosen ab 0,5 - 1µg / kg KG kann ohne Überwachung zur Atemdepression führen!
Antidote Naloxon (Narcanti®), Naltrexon (Nemexin®), Nalmefen (Revex®)
Summenformel C22H30N2O2S
IUPAC Name N-{4-Methoxymethyl-1-[2-(2-thienyl)ethyl]-4-piperidyl}-N-phenylpropanamid
Struktur
Gewinnung Vollsynthese
rechtlicher Status (Btm / Rp) BtmG Anlage III (verkehrs- und verschreibungsfähig)
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