Name des Opioids Pethidin
besonders bekannte Bezeichnungen Meperidin, Dolantin®
Infotext Pethidin wurde früher in der Änästhesie als Analgetikum eingesetzt, wurde dann aber durch wirksamere und Nebenwirkungsärmere Opioide wie Fentanyl und dessen Derivate abgelöst. In der Langzeitanalgesie wird es kaum eingesetzt, da bei längerandauernder die Krampfneigung gesteigert wird. Seine Anwendung findet es vor allem in der Akutanalgesie im Rettungsdienst und nach der Anästhesie im Aufwachraum, wo es einerseits die Schmerzen bekämpft und andererseits das bekannte "Kältezittern" mildert . Bei sehr starken Schmerzen wird jedoch häufig auf Piritramid zurückgegriffen, welches etwa 2,5x so potent ist, wie Pethidin. Pethidin wirkt auch eindutig euphorisch, wenn auch vielleicht nicht ganz so stark wie Morphin. Gerade Konsumenten von Amphetamderivaten sollten hier vorsichtig sein, da diese Kombinationen durch das kumulierende Norpethidin gefährlich sind, da die Krampfschwelle gesenkt wird.
Anwendung Retardtablette zur oralen Einnahme, Injektionslösung zur i.v.-Injektion
Zu beachten Nicht über längere Zeit (einige Tage) hinweg konsumieren (siehe "besondere Nebenwirkungen" und "Wirkmechanismus")!
Vollagonist / Partiellagonist µ-orientierter Vollagonist
therapeutische Potenz 0,2 
Wirkungseintritt oral, retardiert: 20 - 60min., i.v.: 20sek. - 5min.
HWZ 3,5 - 4h
durchschnittliche Wirkdauer 3 - 5h
Applikationsformen Retardtablette, Injektionslösung 
Bioverfügbarkeit oral: 35 - 60% 
Metaboliten Norpethidin (aktiv) 
Dosierung

Einzeldosen: Oral, retardiert: 0,5-1 mg / kg KG; i.v.: 0,25-0,7 mg / kg KG

Tagesdosen: Oral: 0,7-3 mg / kg KG; i.v.: 0,5-2 mg / kg KG

Wirkmechanismus Pethidin ansich ist schon aktiv (und bindet an die µ-Rezeptoren an, wodurch die opioidtypischen Wirkungen ausgelöst werden), der Metabolit Norpethidin ebenfalls. Allerdings hat Norpethidin ein nicht unerhebliches krampfförderndes Potential und kumuliert zudem bei längerandauernder Einnahme (wird wieder in den Kreislauf aufgenommen bzw. nicht so schnell abgebaut, wie Pethidin zugeführt wird, somit steigt die Konzentration des Norpethdidin an und steigert somit die Krampfneigung).
emetisches Potential mittel 
sedierendes Potential mittel - hoch 
besondere mögliche Nebenwirkungen bei längerandauernder Einnahme: Deutlich gesteigerte Krampfneigung
besondere mögliche Wechselwirkungen Bei kumulierendem Norpethidin: Nicht mit anderen, krampffördernden Stoffen kombinieren!
gefährlicher Dosisbereich oral, retardiert: ab 3 - 6mg / kg KG; i.v.: ab 2,5 - 4mg / kg KG, bei Kindern jedoch mitunter schon geringere Dosen!
Antidote

Naloxon (Narcanti®), Naltrexon (Nemexin®), Nalmefen (Revex®)

Evtl. zusätzlich erforderlich (bei Krämpfen): Diazepam (Valium®), Clonazepam (Rivotril®)

Summenformel C15H21NO2
IUPAC Name Ethyl-1-methyl-4-phenyl-4-piperidincarboxylat
Struktur
Gewinnung Vollsynthese
rechtlicher Status (Btm / Rp) Btm Anlage III (verkehrs- und verschreibungsfähig)
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