Name des Opioids Oxycodon
besonders bekannte Bezeichnungen Oxycodon, Oxycontin®, Oxygesic®, Percodan®, Eukodal®, "Heroin der Reichen" 
Infotext

Oxycocon gibt es in Form von Injektionslösung schon länger, in Form von Retardtabletten erst seit einigen Jahren, die Injektionslösung dagegen gibt es hierzulande nicht mehr. Oxycodon ist heute ein oft verwendetes Analgetikum bei starken chronischen Schmerzen.

Auch bei Opioidkonsumenten erfreut es sich großer Beliebtheit, da es eine sehr ausgeprägte euphorisierende Komponente besitzt, die ihm teilweise den Namen "Heroin der Reichen" beschert hat. Der Reichen deshalb, weil es vor allem als Retardtabletten auf dem Markt ist - und die kosten recht viel.
Die Injektionslosung ist selten. Vor allem bei den Retardtabletten kam es bei der Einführung oft zu Überdosierungen und Todesfällen, da viele konsumenten noch an das schnellfreisetzende Oxycodon gewöhnt waren, welches in Tabletten zu 5mg und 10mg Oxycodon erhältlich war - Retardtabletten gibt es bis 80mg, es ist also Vorsicht geboten - insbesondere wenn diese entretardiert werden, was bei nahezu jedem Präparat ohne Weiteres möglich ist, entspricht diese Menge etwa dem doppelten der dl50, als der Dosis, bei der es in ~50% der Fälle zu Tod (durch Atemlähmung) kam. Und die dl50 ist schon recht hoch gewählt, es kann schon bei geringeren Dosen zu kritischen Überdosierungen (mit potentieller Todesfolge) kommen!

Anwendung Oxycodon als Injektionslösung wird intravenös injiziert, Tabletten/Retardtabletten werden mit reichlich Flüssigkeit oral eingenommen.
Zu beachten  
Vollagonist / Partiellagonist Vollagonist, µ-orientiert, aber auch mit definierter Affinität zu kappa- und delta-Rezeptoren in Hirn und Rückenmark (agonistische Bindung).
therapeutische Potenz
Wirkungseintritt Injektionslosung: 15sek - 10min., Retardpräparate: 30 - 90min.
HWZ 4 - 6h
durchschnittliche Wirkdauer 3,5 - 7h, bei 12h-Retardpräparaten 11 - 14h
Applikationsformen Retardtablette, Injektionslösung
Bioverfügbarkeit oral: 60-90%
Metaboliten Noroxycodon (inaktiv), Oxymorphon (aktiv), Oxycodon-Glucuronid
Dosierung (ohne Toleranz)

Einzeldosen: oral: 0,04 - 0,1mg / kg KG; 12h-retardiert: 0,1 - 0,25mg / kg KG; i.v.: 0,02 - 0,05mg / kg KG

Tagesdosis: oral: 0,06 - 0,3mg / kg KG; 12h-retardiert: 0,15 - 0,35mg / kg KG; i.v.: 0,04 - 0,15mg / kg KG

Wirkmechanismus Oxycodon ist selbst schon aktiv und Bindet hauptsächlich an die µ-Rezeptoren, daneben jedoch auch eher leicht, aber definiert an kappa- und delta-Rezeptoren in Hirn und Rückenmark und löst dadurch opioidtypische Wirkungen aus. Der aktive Metabolit Oxymorphon ist dabei eher zweitrangig, da er nur in geringer Konzentration vorkommt.
emetisches Potential mittel - hoch 
sedierendes Potential mittel - hoch 
besondere mögliche Nebenwirkungen -
besondere mögliche Wechselwirkungen -
gefährlicher Dosisbereich oral nicht retardiert: ab 0,3 - 0,5mg / kg KG; i.v. ab 0,2 - 0,5mg / kg KG
Antidote Naloxon (Narcanti®), Naltrexon (Nemexin®), Nalmefen (Revex®)
Summenformel C18H21NO4
IUPAC Name 4,5a-Epoxy-14-hydroxy-3-methoxy-N-methyl-6-morphinanon 
Struktur
Gewinnung Vollsynthese
rechtlicher Status (Btm / Rp) BtmG Anlage III (verkehrs- und verschreibungsfähig) 
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