[ mögliche Langzeitschäden bei der Dauerhaften Einnahme ]

 
Opioide ansich sind für den Körper nicht besonders schädlich, da sie ihre Wirkung über sehr spezifische Mechanismen vermitteln. Trotzdem kann es auch beim Dauergebrauch von Opioiden zu Schädigungen kommen.
Hervorheben muss man aber, dass diese Schädigungen wenn überhaupt im Allgemeinen nur bei Dauereinnahme auftreten - bei gelegentlichem Konsum ist das in der Regel irrelevant, da ist das Abhängigkeitspotential das einzig Schädliche/Gefährliche! Auch Dauereinnahme zieht nicht zwangsläufig körperliche Schäden nach sich.

Da Opioide sehr spezifisch an Opioidrezeptoren wirken (nicht wie beispielsweise der Alkohol, eine sehr unspezifisch wirkende Droge, die schon bei einmaligem Konsum schädlich für den Körper ist), ergeben sich die häufigsten Schäden aus den den Körper beeinflussenden Nebenwirkungen wie beispielsweise Übelkeit/Erbrechen, Verstopfung, Harnverhalt und Hustenstillung.

  • Anhaltende Mundtrocken infolge Histaminfreisetzung begünstigt Karies.
  • Übelkeit und Erbrechen sind insoweit schädlich, als dass der Stoffwechsel dadurch gestört werden kann, dass man weniger Appetit hat und sich dadurch einseitig oder nicht ausreichend ernährt. Es kann durch unzureichende oder einseitige Ernährung der Magensäure Haushalt gestört werden, was Verdauungsstörungen oder Belastungen der Magenschleimhaut zur Folge hat. Es gibt aber auch eine Opioidinduzierte Steigerung des Appetits, Überernährung /Übergewicht infolgedessen sind aber selten.
    Beim Erbrechen werden durch die Säure des Erbrochenen die Speiseröhre und die Zähne in Mitleidenschaft gezogen, wenn man den Mund nocht richtig ausspült, oder zumindest ein klein wenig Wasser trinkt, um die Speiseröhre zu reinigen. Problematisch ist das hier halt, da man nach dem Erbrechen nicht zuviel trinken darf, da sich das Erbrechen sonst leicht wiederholen kann.
  • Zu starke Verstopfung ist schon bei einmaligem Auftreten ärgerlich und störend, auf lange Sicht gesehen führt auch diese Nebenwirkung zu Stoffwechselstörungen bis hin zum Darmverschluss, was bei korrekter Anwendung aber sehr selten ist. Beim auftreten dieser Symptome sollte aber die Opioiddosis verringert- oder aber das Opioid ganz abgesetzt werden, teilweise sind Laxantien auch hilfreich (und in vielen Fällen auch eine Kombinationsmedikation bei Schmerzpatienten, die Probleme mit der Verstopfung haben. Allerdings ist auch die Ernährung von Bedeutung: Bei Problemen dieser Art sollte auf stopfende Nahrung wie z.B. Schokolade möglichst verzichtet werden und eher Früchte, die die Verdauung fürdern (z.B. Birnen) gegessen werden.
  • Die hustenstillende Wirkung ist bei unproduktivem Reizhusten sehr effizient - ist es aber kein Reizhusten ohne Auswurf, kann die hustenstillende Wirkung schon nach einigen Tagen zu einer Lungenentzündung führen, da der Schleim nur noch unzureichend abgehustet wird und daher Entzündungen in der Lunge verursacht.
  • irreversible Hirnschäden kommen beim Konsum reiner Opioide eigentlich nicht vor, wobei es hier Ausnahmen wie Pethidin oder Tramadol gibt, die prinzipiell ein neurotoxisches Potential haben, dieses ist in den normalen Konsumdosen gering (schon geringe Mengen Alkohol sind schädlicher). Völlig ausschließen lassen sich weiterführende Hirnschädigungen durch Opioide nicht, dafür ist das Gehirn noch nicht hinreichend erforscht. Die Wahrscheinlichkeit ist aber gering.
  • einige Opioide weisen im Tierversuch ein klastogenes Potential und Reproduktionstoxizität auf (z.B. Morphin), daher ist nicht auszuschließen, dass bestimmte Opioide beim Menschen ein Tumorerzeugendes Potential haben - jedoch gibt es wesentlich schädlichere Sachen. Falls hier z.B. Schmerzpatienten, diees täglich brauchen, mitlesen: Zigaretten sind wesentlich schädlicher, da sie ganz sicher tumorerzeugende Potentiale haben (der Rauch einer Zigarette enthält etwa 4000 schädliche Stoffe, davon etwa 25 Krebserregende).

Fazit: Die gängigen Opioide sind in reiner Form für den Körper sehr wenig schädlich, auch Schädigungen des Gehirns kommen kaum, bis garnicht vor (eine Ausnahme stellt hier aber beispielsweise das serotonerg wirkende Tramadol da, insbesondere wenn es falsch Kombiniert wird (z.B. mit bestimmten Antidepressiva oder anderen serotonerg wirkenden Substanzen wie z.B. MDMA, hier kann ein Serotonin-Syndrom ausgelöst werden.). Opioide stellen aus diesem Grund auch bei starken Schmerzen eine sehr gut verträgliche Art der Schmerzbehandlung dar. Den möglichen körperlichen Langzeitschäden kann in den meisten Fällen vorgebeugt werden, wenn anfängliche Probleme auftreten, sie sind normalerweise gut eliminierbar! Wichtig dabei ist, dass man auf seinen Körper hört und Symptome nicht einfach ignoriert nach dem Motto "das wird schon wieder".

Verwandte Themen

> Abhängigkeitspotential
> Nebenwirkungen