Name des Opioids Dihydrocodein
besonders bekannte Bezeichnungen Dihydrocodein, DHC, Paracodin®, Remedacen®, Codicontin® 
Infotext Dihydrocodein, welches ein Prodrug ist und erst durch den aktiven Metaboliten Dihydromorphin seine ausgeprägten opioiden Wirkungen vermittelt, ist ein beliebtes Antitussivum und ist auch als Analgetikum hervorragend geeignet. Früher war es auch zur Substitution von Opioidabhängigen in Deutschland zugelassen.
Die Histaminfreisetzung ist deim Dihydrocodein noch etwas stärker ausgeprägt, als beim Codein, sodass hier Nebenwirkungen wie starker Juckreiz oder tränende Augen nicht selten sind. Auch die obstipierende Komponente ist deutlich stärker ausgeprägt, die antitussive ist sogar um den Faktor 3 höher. Dihydrocodein wirkt etwas kürzer als Codein und iat auch nicht ganz so bekannt, wird aber auch recht oft konsumiert, da hier das Potential, Euphorie etwas stärker, und das Potential, Wachträume auszulösen deutlich stärker ist, wobei Euphorie eine rein pharmakologische zentrale Eigenschaft der Opioide ist, Wirkungen wie Wachträume aber auch von der Psyche und eigenen Kreativität gesteuert werden und, so haben es mir ebenfalls einige Konsumenten beschrieben, weitschweifende Erfahrungen vorraussetzen soll. Näheres zum Thema opioidinduzierte Wachträume ist hier zu finden. Dihydrocodein gibt es, ähnlich wie Codein, in mehreren chemischen Verbindungen. Dihydrocodein-Base ist die stärkste Form, Tartrat ist etwa 2/3 so wirksam und Thiocyanat 2/3 - 3/4.
Anwendung Dihydrocodein wird oral in Form von Tabletten/Kapseln, Tropfen oder Saft eingenommen. Retardpräparationen brauchen nicht entretardiert zu werden (ist auch nicht immer möglich), es ist lediglich eine Dosisanpassung nötig.
Zu beachten Dihydrocodein ist keine Form des Codeins, sondern ein eigenes Opioid!
Vollagonist / Partiellagonist Prodrug, der aktive Metabolit Dihydromorphin ist vollagonistisch (agonistische belegung insbesondere an den µ-Rezeptoren).
therapeutische Potenz 0,13-0,19 (antitussive Wirkung 2-3x so stark wie die des Codeins) 
Wirkungseintritt oral: 25-60min, retardiert: 30-70min.
HWZ 3-4h 
durchschnittliche Wirkdauer 3-5h in nicht-retardierter Form
Applikationsformen Tablette, Retardtablette, Kapsel, Tropfen, Saft
Bioverfügbarkeit 10-38%
Metaboliten Dihydromorphin (aktiv), Nordihydrocodein, Nordihydromorphin
Dosierung (ohne Toleranz)

Einzeldosen: Oral: 0,2-0,6 mg / kg KG, 12h-retardiert: 0,4-0,9 mg / kg KG

Tagesdosis: Oral: 1,8-3,5mg / kg KG

Wirkmechanismus Dihydrocodein ist ein Prodrug, also selbst kaum wirksam. Über das Enzymsystem CYP2D6 wird es zu wirksamem Dihydromorphin Demethyliert, Über das Enzymsystem CYP3A4 zu Nordihydrocodein. Dihydromorphin ist biologisch aktiv (µ-orientiert) und hauptsächlich für die typischen opioiden Wirkungen verantwortlich.
emetisches Potential mittel - hoch
sedierendes Potential mittel - hoch
besondere mögliche Nebenwirkungen -
besondere mögliche Wechselwirkungen -
gefährlicher Dosisbereich ab 5 - 7mg / kg KG (bei Kindern schon ab 1,3 mg / kg KG toxische Wirkungen möglich)
Antidote Naloxon (Narcanti®), Naltrexon (Nemexin®), Nalmefen (Revex®)
Summenformel C18H23NO3
IUPAC Name 4,5a-Epoxy-3-methoxy-N-methyl-6a-morphinanol 
Struktur
Gewinnung Vollsynthese
rechtlicher Status (Btm / Rp) Rezeptpflichtig, Präparate mit Konzentrationen über 100mg Dihydrocodein / abgeteilte Einheit oder 2,5% / ml fallen unter das Betäubungsmittelgesetz (BtmG)
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