[ Warum Antidote nicht von Laien verabreicht werden sollten ]

 
Bei einer Intoxikation durch Opioide sind Beatmung und in den meisten Fällen die Gabe eines spezifischen Antagonisten wie Naloxon (Narcanti) wichtig.
Beatmen kann (und soll) im Notfall jeder, da es für die Nervenzellen äußerst schädlich ist, wenn das Gehirn über zu lange Zeit hinweg mit zuwenig Sauerstoff versorgt wird: Schon 3-4 Minuten können ausreichen, um irreversible Hirnschäden durch das Absterben von Nervenzellen hervorzurufen.

Im Gegensatz dazu sollten Antagonisten oder Partiellagonisten von in diesem Bereich ungeschulten Laien nicht gegeben werden, da es dabei ebenfalls hohe Risiken gibt. Wird beispielsweise ein Antagonist zu schnell oder in zu hoher Dosis verabreicht, kann es zu äußerst starken Entzugserscheinungen kommen. Da man bei einer starken Entzugssymptomatik teilweise die Kontrolle über seinen Körper verliert, wird z.B. das Einatmen von Fremdkörpern erleichtert, was zu Lungenödemen führen kann. Auch andere Unfälle sind dann möglich.

Bei Partiellagonisten und/oder gemischt wirkenden Agonisten/Antagonisten besteht zudem die Gefahr, dass sich durch zu hohe dosen die Atemdepressions-Ursache auf die zu starke Agonisierung eines anderen Rezeptortyps verlegt, so können auch über den delta-Rezeptor starke atemdepressive Effekte hervorgerufen werden.

Im Fall einer Intoxikation muss ohnehin sofort ein Notarzt verständigt werden!

 
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